Stammtische der Aktiven

8 Mai

Dieses Semester war immer noch alles ein bisschen anders.

Als wir uns im Sommer zusammensetzten, um das Programm für dieses Wintersemester zu planen, sah die Welt noch ein bisschen anders und vor allem freundlicher aus. Natürlich war uns schon da klar, dass wir wahrscheinlich die meisten Veranstaltungen nicht in Präsenz auf dem Haus veranstalten würden, aber ein kleiner Funken Hoffnung war noch da.

Und aus diesem Funken Hoffnung auf regelmäßige, kleine Präsenzveranstaltungen entstand schließlich die Idee der Stammtische. Jeden dritten Dienstag im Monat, für ein Semester, für Spiel und Spaß, gemütliches Beisammensein und ein bisschen Normalität in einer doch immer noch so verqueren Welt. Ursprünglich waren die Stammtische eigentlich als einfache monatliche Treffen gedacht, an denen man zusammensitzt und gemütlich ein oder zwei Bier/Glas Wein/Fritzlimos trink. Doch dann kam schnell die Idee auf, jedem der Stammtische ein Thema und ein Organisatorenteam zu geben. Gesagt, getan.

Nach dem ersten Stammtisch, der noch in der ursprünglichen Form stattfand und eher einem Spieleabend glich, an dessen Ende dann aber doch noch das eine oder andere Lied aus dem SV-Liederbuch angestimmt wurde, übernahm Eva die Planung des folgenden Abends. Am Ankonvent sagte sie noch, wir könnten uns schon darauf freuen, da es ein Abend, nur über sie sein würde. Damit sollte sie Recht behalten.

Unser zweiter Stammtisch war ein Abend von Eva, für Eva, mit Eva und über Eva. In Teams aufgeteilt durften alle Anwesenden im „Großen Eva bei der Ingvaeonia Quiz“ Fragen beantworten, die Evas Zeit auf dem Haus, in unserem Bund und im SV betrafen. In den drei Kategorien Lachgeschichten, Zahlen und Fakten und Große und Kleine Reisen mit fünf verschiedenen Schwierigkeitsgraden durften wir beweisen, wie gut wir Eva kennen: manche Antworten wussten manche Teams wirklich, bei den meisten wurde aber wild geraten. Spaß gemacht hat es aber auf jeden Fall und besonders rückblickend war es ein sehr schöner Abschied von Seiten Evas aus der Aktivitas.

Anmerkung aus der Redaktion: Eva Chavand ist inzwischen „Altingvaeone“.

Die Organisation unseres November-Stammtisches haben unsere zwei T(h)eresas übernommen. T1 und T2, wie sie auf dem Haus liebevoll genannt werden, brachten uns die Magie des verfrühten Plätzchenbackens näher, und während im Saal ein spontaner Spielabend stattfand, duftete bald die Küche der dritten Etage nach Schokoladengebäck und verfeinerter Erdbeermarmelade, der allen Anwesenden die Sinne verzauberte.

Der Stammtisch im Dezember, der gleichzeitig als Weihnachtsfeier fungierte, war der erste, an dem sich Corona wieder so richtig bemerkbar machte. Die Diskussion über die Weihnachtsheimkehr war kurz zuvor angestoßen worden, und so befanden sich die Personen, die sich dazu entschieden hatten Weihnachten in der Heimat zu verbringen, für die Weihnachtsfeier vor ihren Laptops in ihren Zimmern. Nichtsdestotrotz wurde, einer Weihnachtsfeier gebührend, ausreichend Glühwein getrunken und eine schöne Zeit gemeinsam verbracht.

Danach fiel die Tradition der Stammtische dem Stress der Klausurenphase zum Opfer: Im Januar warteten JP und Henrik ein paar Minuten in einem leeren Zoommeeting, bevor sie dann einen spontanen Filmabend veranstalteten, und an diesem letzten Stammtisch im Februar sah die Situation nicht sehr anders aus.

Dennoch waren die Stammtische eine schöne Idee und etwas, das vielleicht im kommenden Semester allen Hausbewohnern und in Münster ansässigen Aktiven die Chance gibt, für einen Abend dem stressigen Corona-Uni-Alltag zu entfliehen.

Motto-Kneipe 05. Februar 2021

8 Mai

Von der Höhle zum Hochhaus

Nicht nur unser Bundesleben, sondern auch die Freizeitgestaltung der Studierenden wurden von einem zweiten Online-Semester im Lock-down getroffen. Weil wir uns also nicht in zwielichtigen Spelunken herumtreiben konnten, beschlossen wir, uns die Kneipe nach Hause zu holen – sprichwörtlich sogar, denn mal wieder konnten alle unsere Bundes- und Verbandsgeschwister sowie nicht-korporierte Gäste von zu Hause aus teilnehmen. Ob wir uns alte Zeiten zurückwünschen oder auf eine blühende Zukunft blicken wollen, blieb den Teilnehmenden selbst überlassen. Sie waren gebeten ein Kostüm unter dem Motto „Zeitreise“ zu tragen.

So versammelte sich eine Kneip-Corona aus Griechin und Römer, Steinzeitmensch und Soldat sowie Gegenständen vergangener Tage wie zum Beispiel ein gelber Sack oder ein Oetti „Rouge“ – das Helle mit dem strahlend rosafarbenen Etikett – und viele mehr.

Ohne Sakko hielt Bbr. Henrik Hegenberg das Officium möglichst kurz. Dafür konnten wir zeitig in die Spiele und den Spaß des inoffiziellen Teils eintauchen. Dafür wurden die Kneipant*innen verschiedenen Epochen zugeteilt: Steinzeit, Antikes Rom, deutscher Idealismus, Moderne und die Zukunft waren vertreten. Nach dieser Einteilung konnte unsere Zeitreise beginnen und Bschw. Michelle Oppermann führte uns mit Bbr.Bbr. Henrik Hegenberg und Jan Philip Fahrbach an ihrer Seite durch die Epochen der Ingvaeonen-Geschichte.

Unsere Historie hatte scheinbar vor etwa 200 000 Jahren in der Steinzeit begonnen. Seitdem hat sich sicher vieles getan, aber einiges ist heute kaum anders: Uns wurde berichtet, dass unsere Bundesgeschwister auch schon damals in schlecht beheizten Höhlen hausten, denen es am Presskeller mangelte. Dennoch ließen sich unsere Bundes- und Verbandsgeschwister des antiken Roms nicht davon abhalten, ein Trinkgesetz nach dem anderen zu schreiben.

»Trinke niemals Whisky mit Wasser und trinke niemals Wasser ohne Whisky.«

Bbr. Martin Neuhaus

Durch viele Trinkgesetze gestützt ist vermutlich das Kneipen-Schlagen entstanden, jedoch scheinen die Ingvaeonen in der Zeit von Antike bis zum deutschen Idealismus eine hohe Alkoholtoleranz aufgebaut zu haben. Zur Unterhaltung genügten durch kühles Bier allzu feuchte Kehlen nicht mehr. Die Kneipanten sehnten sich nach fröhlichen Späßen, sodass die Antiken-Gruppe eine Biermimik vortrug – selbstverständlich in Gedichtform, denn wir verfolgen schließlich das musische Prinzip.

Bisher blühte und gedieh die Ingvaeonia ungeschlagen. Von der Zukunfts-Gruppe erfuhren wir, dass unser Bund auch in der Disziplin Wachsen in den nächsten Jahrzehnten mit Höchstleistungen aufwarten wird: Im Jahr 2147 wird die Ingvaeonia in einem eigenen Hochhaus mit 56 Zimmern wohnen. Unser Haus in der Wehrstraße wird als Museum alter Ingvaeonen-Geschichte dienen. Um uns in dieser befremdlichen Zeit zurechtzufinden waren die zukünftigen Ingvaeonen so zuvorkommend, uns den Weg vom Bahnhof durch ein Labyrinth von fliegenden Luft-Rädern zu unserem Haus zu beschreiben.

Neben dem Nacherzählen unserer fiktiven Bundesgeschichte hatten die teilnehmenden Gruppen noch weitere kleine Aufgaben zwischendurch. So begleitete die Moderne uns mit falsch-zugeschriebenen Zitaten in Form von Tweets durch den Abend. Um mir die langen Erklärungen zu sparen, folgt ein Beispiel:

»Und ein rosiger Kuss ist nicht minder frei, so spröd und verschämt auch die Lippe sein.«

Katja Krasavice (Deutsch-Tschechische Sängerin und You-Tuberin mit auffallendem Äußeren)

Kreativtag – Stick-Workshop 17. Januar 2021

8 Mai

Obwohl der Kreativtag am 17. Januar zuerst wie eine der Veranstaltungen ausgehen könnte, die aufgrund von Corona ausfallen würden, konnte letztendlich doch gestickt werden.

Nachdem jeder vorab sein Stickmaterial erhalten hatte, trafen wir uns also über Zoom, um das Sticken zu lernen.

Nach einer kurzen Einführung in die wichtigsten Techniken stickte jeder für sich, während über Zoom gequatscht, Hörbücher gehört und gelacht wurde. Zum Sound von „Die drei Fragezeichen – Schrecken aus Moor“ stickte Henrik unsere Farben auf seinen Pullover, Charlotte stickte Sonnenblumen auf eine Bluse und Elli stickte ebenfalls Blüten auf einen Kissenbezug.

Dabei waren Olivia, Marten, Henrik, Lisa, Theresa und Teresa, Charlotte und Michelle und ich. Tatsächlich war es keine besonders aufregende Veranstaltung, aber für alle eine sehr willkommene Pause vom Lernen und eine schöne Gelegenheit entspannt miteinander zu quatschen.

Dreieckskneipe der 3 SV-Bünde aus NRW 11. Dezember 2020

8 Mai

Im Dezember fand die NRW-Dreieckskneipe mit unseren Verbandsgeschwistern aus Aachen und Bonn auf ganz ungewohnte Art und Weise statt. Während die Welt bundesgeschwisterlichen Austauschs nun schon seit Monaten digital gelebt wird, musste schließlich auch der Traum platzen, unsere Verbandsgeschwister von der Arion Aachen und Makaria Bonn hier in der Wehrstraße 1a zu begrüßen. Dennoch setzten sich die drei Präsiden der Bünde zusammen und gestalteten damit die Dreieckskneipe in eine weitere Zoom-Veranstaltung um. Bbr. Henrik übernahm dabei die Leitung des Offizes, während die Leitung des Inoffizes dann mit seinen digitalen Spielideen an Vbr. Philip aus Aachen fiel.

Da die Charakteristik wie auch Vor- und Nachteile der digitalen Kneipen nun schon ausgiebig formuliert worden sind, möchte ich hier besonders auf die Unterschiede zur „klassischen“ Zoom-Kneipe eingehen.

So konnten wir Anwesenden den Klang einer digital eingespielten Bierorgel von Niklas aus Aachen genießen, die uns harmonisch durch den Abend brachte. Lediglich das Fehlen von Gesang war zunächst irritierend und das Singen allein im Zimmer auf einen Bildschirm starrend war für viele zunächst gewöhnungsbedürftig.

Umso nahbarer war daher der Austausch mit den teilweise noch unbekannten Verbandsgeschwistern aus Aachen und Bonn. Innerhalb von kleinen vier Personen Breakout-Sessions konnten somit für viele auch ohne persönliches Treffen die ersten SV Kontakte geknüpft werden. In Zeiten, in denen aufgrund von verordneter Distanz der persönliche Kontakt schon innerhalb des eigenen Bundes schwer genug ist, sind gerade diese Erfahrungen für unsere neuen Mitglieder enorm wichtig. Nur so können wir auch unser Verständnis von der besonderen Beziehung zwischen den drei NRW-Bünden im SV weitergeben.

Nach dem Offiz folgte dann ein mit kreativen Spielideen durchzogenes Inoffiz. Zunächst wurde einigen ahnungslosen Anwesenden eine Powerpointpräsentation bestehend aus vielen illustrierenden Bilder zugewiesen. Diese mussten zu einem ihnen offenbarten Thema ein Impulsreferat halten und dabei die wild durcheinander geschmissenen Bilder der Präsentation berücksichtigen. Diese Drucksituation für die Präsentierenden sorgte dabei verlässlich für eine Situationskomik, die einige Erinnerungen bescherte. Ganz oben auf der Erinnerungsliste steht dabei ein Impulsreferat über das natürliche Habitat und auch die natürlichen Verhaltensweisen von wilden Baustellenbaggern. Spätestens als das Thema Paarung von Baustellenbaggern angeschnitten wurde, fühlte man sich in eine Stand-up-Comedy Show versetzt.

Des Weiteren wurde von den anwesenden Bünden im Inoffiz noch eine kreative Leistung erwartet. So musste jeder Bund innerhalb einer Überlegungszeit über die Melodie von „die Gedanken sind frei“ eine eigene Corona-Verschwörungstheorie erdichten. Die Ingvaeonen entschieden sich dazu, ihre Verschwörungstheorie der Homöopathie und ihrem wundersamen Coronaheilmittel Globuli zu widmen. Hier ein Auszug:

„Globuli sind frei

verkäuflich erhältlich.

Sie helfen auch bei

Krebs, Aids und auch Herpes,

auch Covid und Pocken

können sie abblocken.

Es bleibet dabei,

Heilpraktiker sind geil.“

Am Ende des Abends konnte nicht nur jeder Bund seine eigene Verschwörungstheorie vorweisen, sondern jeder Bund sah sich auch daran erinnert, warum Aachen, Bonn und Münster innerhalb des SVs eine besondere Freundschaft pflegen. Gerade für die noch frischen Mitglieder aller Bünde war dieser Abend besonders wichtig, damit die Tradition der NRW-Dreieckskneipe in einer (vielleicht) nahen Zukunft ohne Corona fortgeführt wird.

Literatursofa über Zoom 01. Dezember 2020

8 Mai

Drei Wochen vor Weihnachten – mitten in der Pandemie. Weihnachtsstimmung? Gute Laune? Weihnachtsmarkt oder einen Ausflug in den Schnee? – leider nur in unseren Gedanken möglich.

An einem Abend im Dezember versammelten sich einige Ingvaeonen im Saal und über Zoom, um gemeinsam einen Ausflug in die Literatur des „Winters“ zu beginnen. Denn das diesjährige Literatursofa stand unter dem Motto „Winter“.

Der Abend begann mit einer Kindergeschichte des DDR-Autors Peter Hacks (1928-2003) in der sich ein Bär auf einen Försterball geschlichen hatte, der eigentlich von den Förstern gejagt werden sollte. Begleitet wurde dieser Beitrag, dank Corona und Moderner Technik, mit den Zeichnungen aus dem Buch.

Darauf folgten unter anderem Gedichte aus der Sammlung „A poem for every night of the year“. In dieser Sammlung gibt es, wie der Titel schon sagt, zu jedem Datum ein anderes englischsprachiges Gedicht. Wir hörten unter anderem das Gedicht des entsprechenden Datums und einige andere schöne Gedichte.

In einem anderen Beitrag hörten wir eine etwas andere komödiantische Wintergeschichte. Am 8. Dezember fing es an zu schneien, eine Frau und ein Mann bereiteten sich auf Weihnachten vor. Tag für Tag gibt es mehr Schnee, die beiden schneien ein. Es wird von Tag zu Tag dargestellt, was sich ändert, die Frau hält es nicht mehr aus, das Dach stürzt ein, und am Ende findet sich der Mann in einer Anstalt wieder. Anders, wie sich das jetzt vielleicht anhört ist die Geschichte sehr humorvoll gewesen.

Außerdem reisten wir gedanklich in Charlottes Buch in das winterliche New York. Ja ihr habt richtig gelesen: Bschw. Charlotte Büscher hat ein (noch) nicht veröffentlichtes Buch geschrieben, in dem es um die merkwürdige Phase vor dem richtigen Erwachsensein, Familiendynamiken und Freundschaften geht, genauer um zwei Frauen, die aus unterschiedlichen Beweggründen nach New York kommen und sich mit Umständen in einander verlieben.

Aufgelockert wurde unser Abend durch Lieder aus dem Hörspiel: „Der Schweinachtsmann“ nach einem Kinderbuch von Anfang der 2000er Jahre, in dem ein Schwein die Rolle eines Aushilfsweihnachtsmanns übernimmt.

Natürlich hatten wir noch viele weitere Beiträge, auf die ich gerade nicht mehr genau komme, bitte verzeiht mir das.

Na ja, auch wenn diese Veranstaltung Hybrid war, kann ich als Zoom-Teilnehmer sagen, wir hatten einen superschönen, gemütlichen und gemeinschaftlichen Abend, in dem wir alle viele schöne Impressionen über den Winter bekommen haben. Dieser Abend war perfekt, um ein bisschen runterzufahren und zwischen Uni, Klausuren und Corona-Stress auch ohne Weihnachtsmärkte, nicht zu vergessen, dass bald Weihnachten ist.

Das etwas andere Stiftungsfest, zweiter Versuch 14. November 2020

8 Mai

Ein ehrenwertes Haus

Vor 100 Semestern sind die Ingvaeonen in ihr 1A Haus in der Wehrstraße eingezogen. Das soll gefeiert werden, sodass wir unser Stiftungsfest im Sommer ohne Widerrede in den Winter verschoben. Dieser Plan ging leider nicht auf. Statt also die Aktivitas Teilnahme-Zahlen und eine entsprechende Tischordnung für die Stiftungsfestkneipe ausrechnen zu lassen, versammelten sich alle Ingvaeonen vor ihren eigenen Rechnern, um eine weitere Online-Kneipe zu schlagen – eine Chance, unsere Erfahrung mit Online-Formaten unter Beweis zu stellen.

Rasch bauten die Ingvaeonen auf dem Haus das wohlerprobte Mikrophon-Equipment auf, um Präsiden (Bbr. Henrik Hegenberg), Bierorgel (Bbr. Marten Geerdes) und Gesang der übrigen im Haus Wohnenden zu übertragen. Das Kneipgefühl wurde besonders durch die vielen lustigen Biermimiken verstärkt – häufig in musikalischer Form: Beispielsweise hatte sich ein Flaschenorchester geformt, um unser Bundeslied zu performen.

Ganz besonders hat Bschw. Charlotte Büscher sich ins Zeug gelegt, einen ihrer Texte darzubieten: Ein Ingvaeonen-Haus. Sie sang auf der Melodie zu „Ein ehrenwertes Haus“ von Udo Jürgens über eine lange Reihe von schönen Erinnerungen, die sie in ihren 2 Jahren auf dem Haus machen durfte. Dazu begleitete sie sich selbst auf dem Klavier.

Ein weiteres Highlight waren die spontanen Powerpoint-Präsentationen. Unvorbereitet wurden 5 unserer Bundesgeschwister dazu auserkoren, zu vorher festgelegten Themen einen Vortrag zu halten. Dazu hatte Präside Henrik Präsentationen vorbereitet, die mit thematisch mehr oder minder passenden Bildern aufwarteten. Die Bilder waren quatsch, die Vorträge quätscher, aber die Kneip-Corona war begeistert.

Mit Vorträgen und Liedern verging ein akademisch-musischer Abend mit feucht-fröhlichem Ausgang trotz Lock-down.

Sobald wir wieder außerhalb feiern dürfen, werden wir uns hier versammeln, um löbliches zu tun: Unseren Bund und sein Haus zu ehren.

Bundesgeschichte

8 Mai

Rede eines der Gründerväter der Ingvaeonia beim Stiftungsfest 1958

In der SVZ 1/1983 fand ich eine interessante Rede, die Bbr. Karl Naber beim Stiftungsfest der Ingvaeonia 1958 über Sinn und Aufgabe studentischer Verbindungen gehalten hat. In der gleichen SVZ sind die Festreden zum 115. Stiftungsfest des SV in Nürnberg 1982 und beim 100. Stiftungsfest der Alt-Straßburg Freiburg veröffentlicht, und der Schriftleiter der Zeitung wollte offensichtlich den Kontrapunkt zu einer früheren Rede zum Thema setzen.

Die Rede ist ein Dokument, das das Denken der Zeit nach dem 2. Weltkrieg bis in die 1960er Jahre hinein sehr transparent macht. Die Verbindungen zu unserer heutigen Sichtweise möge jeder Leser selbst ziehen! Die Orthografie der Zeit ist bewusst nicht verändert!

Zu AH Karl Naber: 

Er ist einer der Gründerväter der Ingvaeonia.

Er war der erste Präside der Aktivitas im SS 1947

und von 1958 bis1961 der zweite AHV-Vorsitzende nach Fritz Krüger.

Beim 30. Stiftungsfest Anfang Juni 1977 waren er und andere Gründungsmitglieder zum letzten Mal in der Ingvaeonenrunde zu sehen. Damals hat er auch launig aus den Anfangsjahren der Ingvaeonia berichtet.

Verstorben ist AH Naber am 9.1.2002.

Unterwegs – Ein Ausflug als Auftaktveranstaltung

8 Mai

Anfang Oktober, noch vor dem Ankonvent, stand der erste Punkt des Semesterprogramms an: der Ausflug.

Nicht nur die olympischen Spiele in Tokio fielen im letzten Jahr aus, auch in der Programmplanung kam der Wunsch auf, eine Alternative zu den Olympiaden der vorangegangenen Semester umzusetzen. Da pandemiebedingt von einer weiten Fahrt abzusehen war, entwickelte das Planungsteam (Charlotte, Lisa und Marten aus dem Vorstand des vergangenen Semesters) zum gegenseitig besseren Kennenlernen eine vielseitige Tour in, um und durch Münster.

So trafen wir uns gespannt am frühen Freitagnachmittag und befüllten die Taschen mit einigen Flaschen Proviant, bevor die drei eingeteilten Gruppen zu ihren verschiedenen Startpunkten aufbrachen.

Lisa folgten Elli, Teresa, Sebastian und JP,

Marten zog mit Leonie, Tan, Johannes und Christin los und

Charlotte leitete Olivia, Jan, Henrik und Theresa an.

An jedem erreichten Etappenziel wurden die Ausflügler von ihrem/ihrer GruppenführerIn vor eine Aufgabe gestellt, und auch der nächste Zielpunkt musste stets auf verschiedene Weisen enträtselt werden.

Die dem Haus am nächsten gelegene Station war bei dem beliebtesten Münsteraner Rodelberg, der ‚Münster bekennt Farbe‘-Wiese. Hier hatte eine Person der Gruppe zu einem scheinbar zufällig vorgegebenen Buchstaben einen Liedtitel mit passenden Anfangsbuchstaben zu finden und mit Wasser im Mund zu gurgeln. Meist folgten drei Verschlucker, bis endlich die Melodie erkannt wurde, und alle in das Gurgelkonzert einstimmten konnten. Bei genauem Hinsehen wurde sichtbar, dass das nächste Ziel in jenen gegurgelten Anfangsbuchstaben verschlüsselt war: M-E-N-S-A.

Ein paar Meter vor der Mensa am Aasee sollte versucht werden auf Kommando so lange frei heraus ein Wort zu sagen, bis alle ohne Absprache das gleiche assoziierten und sagten.

Vom Aasee aus ging es zu der KSHG1), nahe der Überwasserkirche. Dort verknoteten sich nicht nun die Gehirne bei der Suche nach der Lösung eines Rätsels („Ich gehe ins Theater und nehme … mit. Werde ich reingelassen?“), nach welchem Prinzip der/die TürsteherIn eines Theaters den Zutritt gestattet oder verwehrt.

Nach dem Finden der Lösung waren die tüchtigen Truppen nun bestens vorbereitet, nicht mehr nur fiktiv, sondern physisch das Theater anzusteuern. Passend zu dieser Örtlichkeit bekamen die Gruppen dort die Anweisung in wechselnden Konstellationen Improtheater zu spielen.

Wer 0,001 Megameter weiter, vor der KatHo2) angekommen, durch die Anstrengung des ersten Teils der Rallye, die sich langsam regelrecht als Wanderung entpuppte, schon Hunger gesammelt hatte und bei den angebotenen Salzstangen ordentlich zugriff, war nun umso mehr gefordert: Für jede aufgenommene Salzstange war den anderen eine persönlicher lustige Begebenheit über sich zu offenbaren.

Weiter ging es zu der Kirche St. Mauritz. Hier lernten sich die Wandergruppen bei „2 Wahrheiten und eine Lüge“ noch besser kennen. (Jeder Teilnehmer denkt sich zwei wahre Aussagen sowie eine Lüge über sich selbst aus. Dann werden diese den anderen erzählt und es muss erraten werden, welche Aussagen wahr und welche unwahr sind.)

Die Motivation war noch lange nicht erschöpft und doch fingen langsam die Füße an zu qualmen.

Auf den Stufen des Kreativhauses3) bekamen die müden Beine eine kurze Pause. Doch statt der Füße rauchten bald wieder die Köpfe. Gemeinsam war ein sich reimendes Gedicht mit 2 Strophen á 4 Zeilen zu verfassen.

Ein vorbereitetes Gedicht brachte nach der Fertigstellung den Hinweis auf das nächste Ziel:

Lebensmittel kaufst du besser

Immer frisch für viele Esser


Denn dann hast du was in petto


Laufen musst du nicht zu Netto.

Schnell war klar: die ersten Buchstaben der Zeilen weisen den Weg zu Lidl.

Bei dem Discounter unseres Vertrauens angekommen, folgte die Anweisung der vorbereiteten Herausforderung. Dort wo man eigentlich auch künftig als KundIn Einkäufe tätigen möchte, sollte jetzt ein Foto mit einem/einer MitarbeiterIn erhascht werden, was tatsächlich auch allen ohne Hausverbot gelang.

Vor dem Endspurt Richtung Ingvaeonenhaus wartete noch eine letzte Station. Beim „Gym“, damit war kein Fitnessstudio, sondern das Hittorf-Gymnasium gemeint, waren noch einmal die letzten kognitiven Kräfte gefordert. Nach dem Lösen eines Logikrätsels hieß das nächste und letzte Ziel nun nach über 10 gelaufenen Kilometern: „Haus“. Angekommen und wieder vereint schauten wir über den Beamer die vom Improtheater aufgenommenen Fotos an, lasen die unterwegs verfassten Gedichte vor, zeigten die Fotos mit den Mitarbeitern aus dem Lidl, erzählten und aßen dabei die bestellte Pizza, auf die sich alle den ganzen Marsch über gefreut hatten. Platt und satt ließen wir im Saal den Tag ausklingen.

Digitale Bühne

15 Jan

 am 15.01.2021

Die „Digitale Bühne“ war dieses Semester ein absolutes Highlight.

Bei dem ersten Treffen des Unterstützungsteams bestehend aus JP, Christin, Olivia, Michelle und natürlich unserer Musenwartin Lea war schon so gut wie sicher, dass die Offene Bühne dieses Mal ausschließlich im Digitalen Format stattfinden muss.

Nun war nur noch die Frage in welchem Rahmen und über welche Plattform.

Schnell wurden wir uns einig, dass Zoom genauso eine, für alle gut zu bedienende, Plattform ist und ausreichend technische Tools für die Wiedergabe von Videos und aufgenommenen Musikdateien besitzt, und viele Personen gleichzeitig im „Zoomraum“ sein können.

Der positive Aspekt der aktuellen Situation: Lea hatte sich mit Organisatoren von der AMV Makaria Bonn und der StMV „Blaue Sänger“ Göttingen zusammengesetzt und eine gemeinsame Digitale Bühne nach unserem zuvor geplanten Konzept vorbereitet.

An dieser Stelle noch einmal ein riesengroßes Dankeschön an Lea für ihre Mühe und die Planung dieses grandiosen Abends. 

So kamen trotz der Zweifel, wie die Offene Bühne in Form einer Digitale Bühne wohl angenommen würde, und ob alles technisch so funktioniert wie geplant, 24 kreative und programmfüllende Beiträge – bestehend aus Gesang, Instrumentalstücken, Poetry-Slams, Gedichten – und mindestens 200 Musenliebhaber*innen (140 Zoom Kacheln zum Teil mit 2-6 Leuten besetzt) zusammen um den Abend zu genießen.

Die Moderatoren Lea (MS), Marvin-John (BN) und Anselm (GÖ) haben den Abend trotz anfänglicher Nervosität super unterhaltsam und locker moderiert und sogar einen Talentwettbewerb auf die Beine gestellt, bei dem der beste Beitrag von den Zuhörern auserkoren werden sollte.

Gewonnen hat diesen eine Interpretation von Queens „Bohemian Rhapsody“ aus Göttingen.

Aus Münster kamen folgende Beiträge:

Eine auf der Flaschenorgel von Olivia, Theresa, Marten, JP, Henrik und Michelle eingespielte Version unseres Bundesliedes.

Des Weiteren spielte Marten den ABBA-Song „Money, Money, Money“ auf dem Saal-Klavier und begleitete Elenas Gesang zu „My tears ricochet“ von Taylor Swift.

Henrik präsentierte seinen Betrag mit digital zusammengesetzten Tönen und von Charlotte und Christin gab es noch eine Interpretation des Songs „Share your address“ von Ben Platt.

Alles in allem war die Digitale Bühne eine wunderschöne Veranstaltung, die sämtliche Erwartungen des Planungsteams übertroffen hat, und mein – ich weiß ich wiederhole mich – absolutes Highlight in diesem Corona-Semester wurde.

In Kooperation mit Makaria Bonn & STMV Blaue Sänger.